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Cleft-Zentrum Chengannur

Das Cleft-Zentrum Chengannur, welches im Indischen Bundesstatt Kerala liegt, ist das jüngste der vier indischen Cleft-Zentren und steht unter der Leitung von Dr. P.C. Mathew. Er studierte sechs Jahre am Dental College in Mangalore und arbeitete drei Jahre an der Universität von Chennai als ‚Maxillofacial Surgeon‘.  Ferner wurde er durch Prof. Manikandhan, Leiter unseres Cleft-Zentrums in Chennai, zum Spaltchirurgen ausgebildet. Das Cleft-Zentrum befindet sich im St. Thomas Spital, welches nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Leitung von Dr. A. K. Cherian gegründet wurde. Ziel dieser Einrichtung war es schon damals, sozial schlechter gestellter Menschen zu unterstützen. Auch heute, 20 Jahre nach dem Tod seines Gründers, wird diese Idee fortgeführt. Bis heute konnten 428 Behandlungen durchgeführt werden.


Es hat sich einiges getan im Cleft Center des St. Thomas Spital
Das Swiss Cleft-Center im St. Thomas Hospital in Malakkara/Kerala besteht nun seit vier Jahren und entwickelte sich in dieser Zeit zu einem renommierten Cleft-Center in Südindien. Dr. Mathew, der Leiter des Cleft-Center unternimmt alles, um es weitläufig bekannt zu machen. Das St. Thomas Cleft-Center wurde im Jahr 2015 als NGO (Non Governemental Organization) registriert, also eine regierungsunabhängige Or-ganisation. Dieser Begriff wurde einst von den Vereinten Nationen (UNO) eingeführt. NGOs sind Vereinigungen (Stiftungen) die sich insbe-sondere sozial oder umweltpolitisch engagie-ren und zwar unabhängig von einer Beziehung zur UNO. Dr. Mathew ist darauf besonders stolz, denn das St. Thomas Spital ist das einzige im ganzen Staate Kerala das als NGO registriert ist. Damit hofft er, dass sie mehr Patienten von Seiten des Staates überwiesen bekommen.
Da in Kerala die Mehrzahl der Patienten sehr weit vom Cleft-Center entfernt wohnen, hat Dr. Mathew vier "Aussenstellen" in den wichtigsten Distrikten von Kerala etabliert. Einmal pro Monat geht ein Arzt vorbei, kontrolliert die Patienten nach der Operation und vereinbart, wenn notwendig, einen Termin für eine Weiterbehandlung im Cleft-Center. Somit ersparen sie den Patienten den teilweise sehr weiten Weg und eine postoperative Kontrolle ist trotzdem gewährleistet. Gleichzeitig pflegen sie eine gute Beziehung zu den Menschen und steigern dadurch den Bekanntheitsgrad des Centers.


Pläne für 2018
  • Dr. Mathew möchte die ZentraleRegierung um mehr Support bitten z.B. bei der Suche nach CleftPatienten.
  • Planen und Durchführen eines Cleft Aufklärungsprogrammsin allen Distrikten von Kerala mit Unterstützung der Regierung von Kerala.
  • Intensive Zusammenarbeit mit der «Indian Academy of Pediatric»
  • Mehr Craniofaciale Anomalien operieren. Seine Vision wäre: «Das grösste Craniofaciale Centre von Kerala zu werden»

Camps (Infoveranstaltungen für Cleft-Kinder)
Dr. Mathew hat zusammen mit seinem Team im 2016 16 grössere und kleinere Camps organisiert und dabei 387 Patienten regis-triert. Diese Patienten werden nun nach und nach zur Behandlung aufgeboten. Es sind weniger als im Jahr 2015, was jedoch leicht zu erklären ist, denn durch die neuen Aussenstellen braucht es deutlich weniger Camps.
Dr. Mathew engagiert sich nebst den Operationen sehr für die Öffentlichkeitarbeit, er verfolgt das Konzept «cleft free Kerala» durch adäquate Aufklärung der Bevölkerung.
 
Besucher  

Auszug aus dem Reisebricht von Prof. Dr. D. Rothamel (2017)

 Nach dem Aufenthalt in Lahore/Pakistan besuchten Prof. Dr. D.Rothamel mit seinem Assistenzarzt Dr. Tim Fienitz unser Cleft Centre in Chengannur. Für diesen Besuch mussten sie zurück nachDubai und von da nach Indien, denn von Pakistan
nach Indien (auch Indien Pakistan) gibt es keine Flüge. Dass das Verhältnis zwischen Indien und Pakistan ein wenig angespannt ist merkten Dr. Rothammel und Dr. Fienitz sehr schnell, denn als sie bei der Einreise nach Indien das Ursprungsland angeben mussten, wurden gleich ihre Pässe kurzfristig einkassiert und nach vielen Erklärungen bekamen sie die Pässe und durften endlich einreisen.
Die OP’s finden in Chengannur jeweils morgens statt um die Kinder nicht unnötig nüchtern zu halten. Im Gegensatz zu Pakistan umfasst die Behandlung der Patienten auch die gesamte Sekundärtherapie. Auch in Indien gestaltet sich die Qualität der Versorgung als exzellent. Beeindruckend sind auch die Hausbesuche. Die Nachuntersuchung erfolgt vielfach zu hause , da die meisten ein sehr beschwerlichen und langen Weg bis nach Chengannur haben.
Wir waren sehr erstaunt wie auch hier auf höchstem Niveau operiert und gearbeitet
wird. Wir sind überwältigt über die zum Teil sehr ärmlichen Verhältnisse aus denen fast alle Patienten stammen.
Nach drei Wochen verlassen wir das Krankenhaus in Chengannur mit einer Vielzahl neuer Eindrücke,vielen neuen Facebook-Freunden und imposanten Erfahrungen sowohl chirurgischer als auch kultureller Art.

Dr. Lindhorst
Im Mai/Juni 2015 besuchte uns ein Chirurg aus der Schweiz, Dr. Lindhorst, Oberarzt in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitäts-Spital  Zürich. Dr. Lindhorst war erstaunt und begeistert, wie schnell und präzise die indischen Kollegen nach "Zürcher Schule" operierten.
Er durfte täglich bei zwei bis drei Cleft-Operationen assistieren und teilweise sogar selber operieren. Dabei konnte er seine Techniken weiter ausbauen und vertiefen.
Es fiel ihm auf, dass sich Dr. Mathew nebst den Operationen sehr für die Öffentlichkeitarbeit engagiert und das Konzept "cleft free Kerala" durch adäquate Aufklärung der Bevölkerung verfolgt. Der ganze Aufenthalt war für ihn ein eindrückliches und lehrreiches Erlebnis.
Fast zur gleichen Zeit war auch Prof. Dr. Hermann Sailer, Präsident der CCI mit einem Filmteam aus den USA zu einem dreitägigen Besuch im St. Thomas Hospital in Chengannur. Prof. Sailer besprach mit Dr. Mathew einige schwierige Fälle und besuchte Cleft-Kinder  ausserhalb der Stadt Chengannur.